Aus Leidenschaft für das Spiel mit Worten
Alexandra Sievers
- Professionelle Redenschreiberin seit über 25 Jahren
- Kommunikationswissenschaftlerin
- Reden-Coach
- Freie Redakteurin & Autorin
- Mitglied im Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS)
- Copywriting B2B
- Werbetext & Konzeption
- Pressetexte
- Unternehmenskommunikation
"Was willst du denn mal werden?"
"Worttüftlerin!" Mein Oma hätte wahrscheinlich den Kopf geschüttelt, wenn ich ihr das zur Antwort gegeben hätte, und missbilligend erwiedert: "Schon wieder sowas Neumodisches. Wer braucht denn das?"
"Unternehmen" würde ich ihr heute antworten und ihr auch das Warum erklären: "Weil sich die Kommunikation im Zuge der Digitalisierung stark verändert hat. Sie hat ein unglaubliches Tempo angenommen und garade dadurch in der Qualität sehr gelitten. Denk doch nur an den Sprachstil, der in Chats gepflegt wird ..."
"In was?", würde meine Oma mich unterbrechen und von mir wissen wollen, ob ich gerne noch ein weiteres Stück Kuchen hätte.
Und ich würde es danken annehmen und ihr die Ausführungen zum Thema "KI", die mir schon auf der Zunge lagen, ersparen.
"Worttüftlerin." Meine Mutter hätte ganz anders reagiert, wenn ich ihr das als Berufswunsch genannt hätte. Sie hätte wissend genickt und mit einem Seufzer hinterhergeschickt: "Das passt zu dir! Du musst ja auch immer das letzte Wort haben."
Doch das stimmt nicht ganz, denn ich will nicht das letzte Wort haben, sondern stets das treffende finden.
Laut Duden bedeutet "tüfteln" so viel wie: "sich mit viel Geduld und Ausdauer mit etwas Schwierigem, Kniffligem in seinen Einzelheiten beschäftigen".
Nun, ich befasse mich mit Texten in ihren Einzelheiten – und bringe sie Wort für Wort in eine Gestalt, die letztendlich gar nicht mehr schwierig klingt, sondern leicht verständlich ist und die Botschaft auf den Punkt bringt.
Dabei war ich aber nicht schon immer "Worttüftlerin", sondern habe nach meinem Studium der Kommunikationswissenschaften erstmal eine ganze Reihe unterschiedlicher beruflicher Stationen durchlaufen: Ich war im Marketing und Eventmanagement, habe als PR-Managerin gearbeitet und in einer Werbeagentur war ich für Text und Konzeption zuständig.
Doch nicht nur in der Agentur, sondern ganz gleich, wie sich meine berufliche Position gerade nannte: Ich war immer diejenige, bei der schon nach kurzer Zeit alles landete, was mit Text zu tun hatte: vom Werbeflyer über die Firmenzeitschrift bis hin zu ...
– sagt der Duden.Also bin ich Tüftlerin, wenn es um das Verfassen von Reden und allgemein Texten geht: Worttüftlerin, denn jedes Wort muss passen.
Haben sie schon mal im Eventmanagement gearbeitet?
Ja? Dann haben Sie sicherlich schon viele Reden gehört und wissen, wovon ich spreche.
Nein? Dann wissen Sie es auch, denn im Lauf des Lebens kommen wir nicht drum rum, uns eine Menge Ansprachen, Reden und Vorträge anzuhören.
Damit meine ich jetzt nicht die Moralpredigten, die uns als Kinder gehalten wurden. Sondern Reden wie die der Schulleitung zu unsere Einschulung oder die Rede von Großonkel Gustaf zum runden Geburtstag von Tante Heide.
Und sagen Sie mal ganz offen: Wie viele von diesen Reden und Ansprachen haben Ihnen gefallen?
Genau! Das war nämlich der Punkt, warum ich Redenschreiberin geworden bin. Denn ich habe als Eventmanagerin gearbeitet und über viele Reden nur den Kopf geschüttelt.
Keine Emotion, dafür umso mehr Floskeln wie "Ich freue mich sehr, Sie hier so zahlreich begrüßen zu können" oder "Danke für Ihre Aufmerksamkeit".
Ganz ehrlich: Ich fühlte mich oft gequält und in meiner Liebe zur deutschen Sprache schwer getroffen. Und das machte mich zur ... Rebellin?
Ein wenig vielleicht schon, aber vor allem zur Redenschreiberin – und zunächst einmal Korrektorin. Denn ich brachte den Rednerinnen und Rednern bei, dass niemand "zahlreich erscheinen" kann, sondern allenfalls die Anzahl der Menschen, die im Publikum sitzen, zahlreich ist.
Und dann dieses "Danke für Ihre Aufmerksamkeit"! Da hat sich die vortragende Person aber nicht sehr viel Mühe gegeben, wenn sie sich für die Aufmerksamkeit bedanken muss. Besser sollten sich doch die Zuhörenden dafür bedanken, dass Sie der Rede lauschen durften. Finden Sie nicht?Besser sollten sich doch dir Zuhörenden dafür bedanken, dass Sie der Rede lauschendurften

